Jetzt anrufen

Gasgeruch in der Wohnung: Was tun? Die richtigen Schritte im Ernstfall

Kaum eine Situation im Haushalt verlangt so schnelles und richtiges Handeln wie Gasgeruch in der Wohnung. Die beruhigende Nachricht vorweg: Erdgas ist von Natur aus geruchlos – der typische, stechende Geruch stammt von einem beigemischten Warnstoff, damit Sie ein Leck überhaupt bemerken können. Wer ihn riecht, hat also bereits das wichtigste Warnsystem auf seiner Seite.

Entscheidend ist jetzt die richtige Reihenfolge der Schritte. Prägen Sie sich diesen Ablauf einmal ein – im Ernstfall haben Sie keine Zeit zum Nachlesen.

Fachmann prüft eine Gasleitung nach Gasgeruch in der Wohnung

Sofortmaßnahmen bei Gasgeruch: Schritt für Schritt

Merkregel: Lüften – nichts schalten – Gashahn zu – raus – erst draußen anrufen.

  1. Fenster und Türen weit öffnen – Durchzug verdünnt das Gas-Luft-Gemisch am schnellsten.
  2. Keine Schalter betätigen: kein Licht, keine Klingel, kein Elektrogerät – auch nicht ausschalten! Jeder Schaltfunke kann zünden.
  3. Kein offenes Feuer, nicht rauchen, keine Feuerzeuge.
  4. Gashaupthahn zudrehen – er sitzt meist beim Gaszähler (Wohnung: oft im Vorraum oder in der Küche; Haus: im Keller oder Anschlussraum).
  5. Wohnung verlassen, Mitbewohner und bei starkem Geruch auch Nachbarn warnen – dabei an fremden Türen klopfen, nicht läuten.
  6. Erst im Freien telefonieren: Bei starkem Gasgeruch den Gasnotruf 128 (Wien Energie Netze) rufen. Für die anschließende Prüfung und Reparatur Ihrer Leitungen und Geräte sind wir zur Stelle.

Diese Fehler können gefährlich werden

  • Telefonieren in der Wohnung – auch das Handy kann zünden; erst draußen anrufen
  • Lichtschalter „nur kurz" betätigen – der klassische Fehler in der Aufregung
  • Dunstabzug oder Ventilator einschalten, um zu „lüften" – Elektrogerät!
  • Selbst auf Lecksuche gehen mit Feuerzeug oder Streichholz – kommt tatsächlich vor und ist brandgefährlich
  • Geruch ignorieren, weil er „gleich wieder weg" ist – kleine Lecks kündigen große an

Woher kommt Gasgeruch? Typische Ursachen

Häufige Quellen sind gealterte Verschraubungen und spröde Dichtungen an Gasleitungen, Anschlussschläuche von Gasherden, unsachgemäß angeschlossene Geräte nach Küchenumbauten – oder ein Herd, dessen Flamme erloschen ist, während der Regler noch offen steht. Auch bei stillgelegten, aber nicht fachgerecht verschlossenen Leitungen kann Restgas austreten.

Wichtig zu wissen: Nicht jeder verdächtige Geruch ist Erdgas. Auch faulende Abflüsse (Kanalgase aus ausgetrockneten Siphons) riechen unangenehm und werden oft verwechselt. Im Zweifel gilt trotzdem immer die sichere Variante – behandeln Sie den Geruch wie Gas, bis das Gegenteil feststeht.

Nach dem Ernstfall: Dichtheitsprüfung durch den Fachmann

Bevor die Gasversorgung wieder in Betrieb geht, muss die Ursache gefunden und behoben sein. Wir prüfen Ihre Gasleitung und alle Anschlüsse mit modernen Gasspürgeräten, lokalisieren auch kleinste Undichtheiten, dichten sie fachgerecht ab – und geben die Anlage erst nach erfolgreicher Dichtheitsprobe wieder frei. Dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar.

Unser Rat darüber hinaus: Lassen Sie ältere Gasinstallationen auch ohne Anlassfall regelmäßig prüfen – besonders vor Wohnungskäufen und nach Umbauten. Der Termin ist kurz, das Prüfprotokoll schafft Sicherheit und Rechtsklarheit für beide Seiten.

Vorbeugen: So bleibt Gas unauffällig zuverlässig

  • Jährliche Thermenwartung – dabei werden auch Gasweg und Abgasführung geprüft
  • Gasherd-Schläuche altern: nach Herstellerangabe tauschen, spätestens bei Rissen
  • Alte oder stillgelegte Leitungen fachgerecht verschließen und dokumentieren lassen
  • Zusätzliche Sicherheit: CO-Melder – Kohlenmonoxid entsteht bei schlechter Verbrennung und ist im Gegensatz zu Erdgas völlig geruchlos

Gasgeruch vs. Kohlenmonoxid: der wichtige Unterschied

So gefährlich Gasgeruch ist – er hat einen Vorteil: Man riecht ihn. Das gilt nicht für Kohlenmonoxid (CO), das bei unvollständiger Verbrennung entsteht, etwa durch verstopfte Abgaswege oder schlecht gewartete Thermen. CO ist farb- und geruchlos und verursacht zunächst unspezifische Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit – oft bei mehreren Personen im Haushalt gleichzeitig.

Deshalb gehören beide Schutzebenen zusammen: Der beigemischte Warngeruch schützt vor unverbranntem Gas, ein CO-Melder (ab etwa 25 Euro, an der Wand im Raum mit Gasgerät) vor den Verbrennungsgasen. Treten die genannten Symptome auf und bessern sich an der frischen Luft rasch – Gerät aus, lüften, Räume verlassen, ärztlich abklären und die Therme prüfen lassen, bevor sie wieder in Betrieb geht.

Die beste Vorsorge gegen beide Risiken bleibt dieselbe: eine jährlich gewartete Gastherme mit gemessenen Abgaswerten und freiem Abgasweg. Genau das dokumentiert unser Wartungsprotokoll schwarz auf weiß.

Fazit: Ruhe bewahren, Reihenfolge einhalten

Gasgeruch ist ein Ernstfall – aber einer, für den es einen klaren, erprobten Ablauf gibt: Lüften, nichts schalten, Gashahn zu, raus, erst draußen anrufen. Wer diese fünf Schritte kennt, handelt im entscheidenden Moment richtig, und in der großen Mehrzahl der Fälle endet die Geschichte mit einer abgedichteten Verschraubung statt einer Katastrophe. Sprechen Sie den Ablauf einmal mit allen im Haushalt durch – auch mit Kindern, altersgerecht – und prägen Sie sich ein, wo Ihr Gashaupthahn sitzt. Danach dürfen Sie das Thema mit gutem Gewissen abhaken: Mit gewarteten Geräten, geprüften Leitungen und einem CO-Melder an der Wand ist Gas im Alltag genau das, was es sein soll – unauffällig zuverlässig.

Gasleitung prüfen lassen – Sicherheit schwarz auf weiß

Dichtheitsprüfung mit modernem Gasspürgerät, fachgerechte Reparatur und Protokoll – für Wohnung und Haus.

Häufige Fragen

Wen rufe ich bei Gasgeruch in Wien an?

Bei akutem, starkem Gasgeruch: erst alle Sofortmaßnahmen, dann im Freien den Gasnotruf 128 (rund um die Uhr). Für Prüfung, Reparatur und Wiederinbetriebnahme Ihrer Gasinstallation danach sind wir Ihr Ansprechpartner.

Warum riecht Gas überhaupt?

Erdgas ist geruchlos – Netzbetreiber mischen den Warnstoff (Odoriermittel) bei, der den typischen stechend-schwefligen Geruch erzeugt. Er ist Ihr Frühwarnsystem: Wer ihn wahrnimmt, sollte immer reagieren.

Ich rieche nur ganz leicht Gas – ist das schlimm?

Auch schwacher Geruch gehört abgeklärt: kleine Undichtheiten wachsen. Lüften, Gashahn zu, im Freien anrufen. Eine Messung mit dem Gasspürgerät schafft in kurzer Zeit Gewissheit – Entwarnung inklusive.

Kann Gasgeruch auch vom Abfluss kommen?

Ja – ausgetrocknete Siphons lassen Kanalgase in die Wohnung, deren Geruch mit Gas verwechselt wird. Behandeln Sie den Fall trotzdem zuerst wie Gas; die Unterscheidung übernimmt danach das Messgerät.

Was kostet eine Dichtheitsprüfung der Gasleitung?

Der Aufwand hängt von Länge und Zugänglichkeit der Leitung ab – die zu erwartenden Kosten nennen wir Ihnen vorab offen am Telefon. Der Termin selbst ist kurz, das Prüfprotokoll erhalten Sie direkt im Anschluss.