Tipps vom Installateur: Wissenswertes für Wiener Haushalte
Viele Einsätze, zu denen wir in Wien gerufen werden, ließen sich mit ein wenig Vorwissen vermeiden – oder
zumindest deutlich entschärfen. Deshalb haben wir die häufigsten Fragen aus unserem Alltag als Installateur
hier zusammengefasst. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Anliegen ein Fall für den Profi ist: Rufen Sie einfach
an, wir sagen es Ihnen ehrlich.
Wo finde ich den Haupthahn in meiner Wohnung?
Die wichtigste Frage im Ernstfall – und erstaunlich viele Wienerinnen und Wiener können sie nicht auf Anhieb
beantworten. Im Altbau sitzt das Absperrventil meist im Bad oder in der Küche, oft hinter einer kleinen
Revisionsklappe oder unter der Abwäsche; in manchen Häusern liegt es am Gang oder im Keller beim
Wasserzähler. Nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit und suchen Sie den Hahn, bevor Sie ihn brauchen: Bei einem
Rohrbruch zählt jede Minute, und wer sofort absperren kann, verhindert oft den großen Wasserschaden. Ein
schwergängiges Ventil sollten Sie übrigens nicht mit Gewalt drehen – das ist ein typischer Fall für eine
kleine, günstige Reparatur, bevor es im Ernstfall versagt.
Therme, Boiler & Kalk: Was das Wiener Wasser bedeutet
Wien wird großteils mit Hochquellwasser versorgt, das im Vergleich zu vielen anderen Regionen eher weich ist –
gut für Armaturen und Haushaltsgeräte. Trotzdem lagert sich über die Jahre Kalk in Boilern, Wärmetauschern
und Perlatoren ab, besonders dort, wo Wasser erhitzt wird. Die Folgen: längere Aufheizzeiten, steigender
Energieverbrauch und im schlimmsten Fall ein Geräteausfall. Unsere Empfehlung: Warmwasserboiler etwa alle
zwei bis drei Jahre entkalken lassen, die Gastherme jährlich warten – so bleibt der Verbrauch niedrig und
die Geräte halten spürbar länger. Wenn der Wasserdruck an einzelnen Entnahmestellen nachlässt, ist übrigens
oft nur der Perlator verkalkt: eine Sache von Minuten.
Kleine Ursache, großer Schaden: Warnsignale ernst nehmen
Ein leises Tropfen im Spülkasten, ein dunkler Fleck an der Zimmerdecke, ein Heizkörper, der oben warm und
unten kalt ist, ein gluckernder Abfluss nach dem Duschen – all das sind frühe Warnsignale, die sich günstig
beheben lassen, solange man sie nicht ignoriert. Gerade im Mehrparteienhaus geht ein übersehener Wasserschaden
schnell ins Geld, weil auch Nachbarwohnungen und Allgemeinflächen betroffen sein können. Unsere Faustregel:
Alles, was tropft, rinnt, gluckert oder riecht, gehört zeitnah angeschaut. Ein kurzer Kontrolltermin kostet
wenig – eine durchfeuchtete Wand samt Trocknung und Malerarbeiten kostet ein Vielfaches.
Mieter oder Vermieter: Wer zahlt eigentlich was?
Eine Frage, die in Wien täglich auftaucht. Als grobe Orientierung gilt: Laufende kleine Wartungsarbeiten in
der Wohnung – etwa das Service der Gastherme – liegen in vielen Mietverhältnissen beim Mieter, während
ernste Gebrechen an der Substanz, zum Beispiel schadhafte Steigleitungen, Sache des Vermieters beziehungsweise
der Hausverwaltung sind. Im Einzelfall entscheidet der Mietvertrag. Wir stellen unsere Arbeiten so in
Rechnung und dokumentieren sie so klar, dass Sie die Kosten sauber zuordnen und bei Bedarf an Vermieter,
Hausverwaltung oder Versicherung weiterreichen können. Auf Wunsch stimmen wir uns direkt mit Ihrer
Hausverwaltung ab – das erspart Ihnen den Papierkram.
Der richtige Zeitpunkt: Wartung vor der Heizsaison
Jedes Jahr im Oktober das gleiche Bild: Die ersten kalten Tage kommen, halb Wien dreht die Heizung auf –
und genau dann zeigen sich die Störungen, die sich über den Sommer angesammelt haben. Die Folge sind lange
Wartezeiten in der Hochsaison, ausgerechnet wenn es kalt ist. Unser Tipp: Lassen Sie Thermenwartung und
Heizungscheck im Frühjahr oder Sommer machen. Die Terminlage ist entspannt, eventuelle Reparaturen haben
Zeit, und zum Heizstart läuft Ihre Anlage zuverlässig. Dasselbe gilt für Außenwasserhähne auf Balkon oder
Terrasse: Vor dem ersten Frost absperren und entleeren – geplatzte Außenleitungen gehören zu den
vermeidbarsten Wasserschäden überhaupt. Wer rechtzeitig plant, spart sich im Winter Stress und Kosten.